Der FC Opfikon sagt auf wiedersehen

Eine Stadt vergrämt die Fussballer

Opfikon. Seit Jahren kämpft der Fussballclub Opfikon um die Gründung eigener Juniorenteams. Doch bis heute verweigert die Stadt dem Verein, dies zu tun. Jetzt geben die Kicker auf und ziehen weg.

 

Christian Wüthrich

Der FC Opfikon verschwindet gleich doppelt. Erstens zieht der Fussballclub aus seinem Gründungsort weg und zweitens wird der Vereinsname nicht weitergeführt. Nach der eingeleiteten Fusion mit dem FC Cosenza Dübendorf unter dem neuen Namen FC Glattal Dübendorf gespielt.

Hintergrund ist ein Knatsch, der nun schon Jahre andauert und im Wegzug der Opfiker 3.-Liga-Kicker seinen Höhenpunkt erreicht. Dabei dreht sich alles um die Nutzung der Fussballplätze auf der Sportanlage Au. Diese gehört der Stadt Opfikon und verfügt über drei grosse Spielfelder und einem Trainingsplatz. Nebst den drei Mannschaften der FC Opfikon spielen und trainieren auch 19 Teams des grossen Erzrivalen – dem FC Glattbrugg – auf der Anlage.

"Die Stadt Opfikon ist stur und sehr unflexibel", ärgert sich FCO-Präsident Nicola Gaetano. Sein Verin habe schon seit Jahren immer wieder versucht, Trainingsraum für neue Juniorenteams zu bekommen . "Wir sind wohl einer der ganze wenigen Clubs, die sich ohne eigene Juniorenabteilung in der 3. Liga etablieren konnten" erklärt er.

 

Ohne Junioren kein Aufstieg

Eine mögliche Entwicklung bleibt den Opfiker Fussballern sportlich wie auch politisch verbaut. Denn wollte man dereinst in die 2. Liga aufsteigen, bräuchte der Club gemäss Vorgaben des Fussballverbandes eigene Juniorenteams. Dies wiederum geht ohne den Segen der Stadt nicht, da die Behörden dem FCO partout keine zusätzlichen Trainingszeiten zugestehen wollen.

Es sei schlicht zu wenig Platz für zwei Clubs vorhanden, wehrt sich Felix Caduff, zuständiger Bereichsleiter der Stadt Opfikon. " Der FC Opfikon kann nicht einfach wachsen, das wäre uferlos geworden", sagt er zu den Juniorenpläne des kleineren der beiden städtischen FCs. Dies sei schon lange eine "leidige Geschichte", weshalb die Stadt eine Fusion mit dem grösseren FC Glattbrugg angeregt und sogar einen Mediator eingesetzt haben, erklärt Caduff. Doch die über 100 Mitglieder des FC Opfikon mochten nach 29 Jahren Selbstständigkeit nicht mit dem Erzrivalen zusammengehen. "Es geht auch um unsere Freizeitgestaltung. Da möchte man sich nicht einfach so in eine neue Organisation zwängen lassen", sagt Nicola Gaetano dazu. Überhaupt findet der Präsident des Drittligisten, dass in Opfikon eine bessere Ausnutzung der Sportanlage möglich wäre, wenn man denn nur wollte. "In Bülach und Embrach haben die Fussballclubs auch nicht mehr Platz und trotzdem mehr Teams." So bleibe nur der Wegzug aus Opfikon.

 

Opfiker suchen Erfolg in der Ferne

Ab 10. Juni wird das Unterland um eine Attraktion ärmer sein. Drittligist Opfikon bestreitet an diesem Datum sein letztes Heimspiel. Wenige Tag später wird sich der Verein auflösen und in Dübendorf unter anderem Namen neu starten.

 

Markus Wyss

Bei keinem Unterländer Fussballverein ist die Auswahl an Fleisch und sonstigen leckeren Zutaten auf dem Grill so vielfältig und köstlich duftend wie in Opfikon. Bei keinem anderen Klub um Unterland besuchen so viele elegant gekleidete Frauen die Heimspiele. Zwar interessieren sich die Frauen kaum für das Geschehen auf dem Rasen, aber sie führen im improvisierten Klubrestaurant oder am Spielfeldrand angeregte Gespräche mit Freundinnen oder Kolleginnen. Oder sie beobachten ihre Kinder, wie sie auf der Tartanbahn, die den Fussballrasen umsäumt, spielen. Dutzende von Männern verfolgen derweil das Geschehen auf dem Platz. Meist in italienischer Sprache kommentieren sie das Gebotene. Kein Wunder, dass sich der neutrale Zuschauer in Italien wähnt.

Ein solcher spettacolo wird es im Unterland ab dem 10. Juni nicht mehr geben. In rund einem Monat bestreitet Drittligist Opfikon gegen Kloten sein letztes Heimspiel. Eine Woche später treten die Glattaler noch in Rümlang an. Danach löst sich der Verein auf, der im Juli 1983 als FC Italo Opfikon gegründet wurde.

 

Neugründung am 10.Mai 2012

In wenigen Tagen werden die Vereine FC Opfikon und FC Cosenza Dübendorf fusionieren und danach unter dem neuen Vereinsname FC Glattal Dübendorf spielen. Opfikon bringt ein Dritt- und eine Viertligamannschaft in diese neue Gemeinschaft, Cosenza Dübendorf acht Juniorenteams sowie eine Seniorenmannschaft. Die Veteranen der beiden Partnerklubs haben sich bereits zusammengeschlossen und bestreiten die aktuelle Rückrunde unter dem Vereinsname FC Cosenza-Opfikon. Trainiert und gespielt wird ab kommendem Sommer einzig und allein in Dübendorf – acht Kilometer von Opfikon entfernt.

Seit knapp zwei Jahren ist die Fusion der beiden Fussballvereine Opfikon und Cosenza Dübendorf ein Thema. Am kommenden Donnerstag 10. Mai, wird die offizielle Gründungsversammlung des FC Glattal Dübendorf stattfinden. Dann wird auch der neue Vorstand bestimmt. Der Verein wird rund 190 Aktive zählen. Nicola Gaetano, der Präsident des FC Opfikon und Roberto Achermann, Präsident des FC Cosenza Dübendorf, freuen sich auf die Zusammenarbeit. "Wir haben einen grossen Teil der Pendenzen bereits erledigt, nun kann es losgehen", erklärt Achermann.

Die Stadt Opfikon-Glattbrugg verwehrt dem FC Opfikon seit rund sechs Jahren, eine eigene Juniorenabteilung zu haben. "Die Sportanlage Au bietet leider zu wenig Platz für zwei grosse Fussballvereine", erklärt Felix Caduff, der Leiter der Bevölkerungsdienste Opfikon, auf. Momentan bestreiten der FC Glattbrugg, der insgesamt 17 Teams stellt, und der FC Opfikon mit drei Mannschaften ihre Spiele und Trainings auf der Au. Weil der Fussballverband der Region Zürich (FVRZ) von Vereinen, die in der 2. Liga vertreten sind, eine Juniorenabteilung fordert, bemüht sich Drittligist Opfikon seit Jahren um eine eigene Juniorenabteilung. "Klar haben wir Ambitionen und wollen in die 2. Liga aufsteigen", berichtet FC-Opfikon-Verteidiger Giovanni Parrilla.

Eine Fusion zwischen dem FC Opfikon und dem FC Glattbrugg war in dem vergangenen Jahren ebenfalls mehrmals ein Thema. Im Februar 2010 wurde diesbezüglich der vierte Versuch unternommen. FC Glattbrugg wäre einverstanden gewesen, aber die Mehrheit der rund 120 Mitglieder des FC Opfikon waren dagegen. "Einige Mitglieder vom uns hatten das Gefühl, dass eine Fusion mit dem FC Glattbrugg wohl nicht passen würde", berichtet FC Opfikon Präsident Nicola Gaetano

 

Platzprobleme und Grill sind weg

Beim FC Glattbrugg sieht man den Wegzug des FC Opfikon mit einem weinenden und einem lachenden Auge. Vereinspräsident Reto Bolliger: "Uns wäre es lieber gewesen, wenn Opfikon mit uns statt mit Cosenza fusioniert hätte. Andererseits fallen für uns jetzt bald die Platzprobleme weg, weil wir fortan alleine auf der Sportanlage Au sind."

Mit dem Wegzug des FC Opfikon wurde auf der Sportanlage Au das Platzproblem gelöst - damit wird bald aber auch der Grill mit dem leckersten Gebrutzel im ganzen Unterland fehlen.

Nächste Spiele

1. Mannschaft

Diesen Sonntag kommt es zu einem weiteren Direktduell zum Thema Abstieg.

 

Sonntag 20.05.2012

FC Opfikon 1 - CD Espanol Iberia

Sportanlage AU

2. Mannschaft

Die 2. Mannschaft, welche noch vor Wochenfrist eine herbe 1 : 7 Klatsche gegen den FC Oberglatt kassiert hatte, war beim Zweitplatzierten FC Oetwil am See zu Gast, welcher seines Zeichens auch noch um den Aufstieg mitspielt. Die Mannen von Giuseppe Corraro gingen sehr konzentriert ins Spiel, und wollten natürlich nicht die gleichen Fehler begehen wie vor Wochenfrist. Der FC Opfikon ging in der 1. Halbzeit mit 0 : 2 in Führung (20. Minute Emir, 33. Minute Elvis). In der 2. Halbzeit war schon fast das Gefühl vorhanden, dass der Sieg nach Hause gebracht werden konnte, doch in der 83. Und 87. Minute konnte die Heimmannschaft den Ausgleich erzielen. Nach der herben Schlappe doch ein Erfolgsergebnis gegen den anderen Aufstiegsaspiranten, auch wenn der Sieg in Reichweite war und die Gegentreffer erst kurz vor Ende kassiert wurden.

 

Sonntag 20.05.2012

FC Opfikon 2 - FC Oetwil-Geroldswil 2

Sportanlage AU

Rangliste

3. Liga

1. FC Rafzerfeld 42 
2. FC Neftenbach

41

3. FC Kloten  39 
4. SV Rümlang 32 
5. FC Glattfelden 31 
6. FC Opfikon 22
7. FC Croatia 18
8. SC Veltheim 1b 18  
9. FC Wallisellen 18 
10. FC Dielsdorf 18
11. FC Bassersdorf 2

16 

12. CD Espanol
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